Ausstellungen | Veranstaltungen | Mitgliedschaft | Kontakt | Datenschutz | Impressum | Home
| Archiv |
 

Künstlerfoto
Franziska Neubert
Künstlerfoto
Petra Schuppenhauer















Alle aktuellen Ausstellungen:

„Volles Haus!“

Ausstellungen
   
„Perspektiven“
  Fotos zur Eröffnung

Druckgrafik

Eröffnung:
06.11.2016, 12:00 Uhr

Einführung:
Vera Burmester, Hannover


Dauer:

06.11.2016 - 11.12.2016

Öffnungszeiten während der Ausstellung:

Dienstag - Freitag 11 - 13 Uhr und 15 - 18 Uhr
Samstag 11 - 13 Uhr und 15 - 17 Uhr
Sonntag 15 - 17 Uhr
und nach telefonischer Vereinbarung






Fotos zur Eröffnungsveranstaltung:

Auszug aus der Eröffnungsrede von Vera Burmester


 Perspektiven                                                                                            Franziska Neubert, Petra Schuppenhauer             5.11.16

 

 

Franziska Neuberts Druckgrafik zeigt sehr oft menschenleere Außen- und Innenräume. Wir treffen auf Spuren der Bewohner, die Menschen sind aber abwesend. Die dargestellten Orte sind auf der einen Seite allgegenwärtig und vertraut, aber durch die Ausschnitte, die die Künstlerin wählt, werden die Bilder sonderbar. Die Perspektiven, die Franziska Neubert nutzt, hier passt der Titel der Ausstellung ganz wunderbar, sind sehr geschickt gewählt, da wird manches nur angeschnitten und wir als Betrachter müssen den Umraum zuende denken. Durch diese Ausschnitte bekommen die Bilder eine Spannung, sie werden etwas unheimlich, aber auch rätselhaft und melancholisch. Was an diesen Orten geschah oder womöglich noch geschieht, entzieht sich unserer Kenntnis.

Manche der Bilder sind in der Zentralperspektive gestaltet, da haut uns die Künstlerin z.B. eine Autobahnbrücke um die Ohren, die in ihrer plumpen Schönheit erfreut. Der gelbe Morgenhimmel lässt uns auf einen neuen Tag hoffen.

Einige Bilder der Künstlerin erinnern an die Malereien von Edward Hopper, auch er ein Chronist von menschenleeren Orten. Nun ist aber nicht jeder menschenleere Raum sofort eine Abbildung wert. Franziska Neubert hat einen geübten Blick, um ein gutes Motiv zu finden, bzw. zu erfinden. Und dann kommt die künstlerische Arbeit ins Spiel. Welchen Ausschnitt wählt die Künstlerin, welche Farben unterstützen den Bildinhalt? Das ist in der künstlerischen Arbeit eine Riesenaufgabe: Entscheidungen zu fällen. Wir als Betrachter können nur vermuten, wie viele solcher Entscheidungen in einem Bild stecken. Denn auch wenn ein Blatt unglaublich leer an Motiven ist, so muss diese Leere bewusst gestaltet sein. Und darin ist Franziska Neubert eine wirkliche Könnerin. Es ist nicht viel auf den Bildern zu sehen, aber sie haben eine große Kraft und sind in ihrer Schlichtheit hochästhetisch. Ich persönlich finde es unglaublich wohltuend für das Auge, mich mit wenigem befassen zu müssen. Die einzelnen Bildinhalte werden durch dieses Reduzieren wichtiger, hier lenkt nichts ab, ich muss mich der Schlichtheit stellen.

Franziska Neubert hat aber nicht nur diesen einen Blick auf die Welt, vielmehr zeichnet ihre Arbeit eine große Bandbreite an Sichtweisen aus. Sprach ich eben die menschenleeren, rätselhaften Bilder an, so gibt es in ihrem Oevre auch noch eine andere Seite. Tiere in verwunschener Umgebung, pflanzenreiche Wunderwelten   und Stilleben mit seltsamen Inhalt, ein Kaktus, eine Puppe ein rundes Ding. Da blitzt ein Freude am Skurrilen und Farbprächtigen auf und auch eine Prise Humor, der die Bilder angenehm leise begleitet.

Franziska Neubert gibt uns einen Überblick ihrer Arbeiten, der begeistert und uns zu vielerlei, besonderen Orten mitnimmt.

 

 

 

Petra Schuppenhauers Grafiken wirken malerisch, fast könnte man anzweifeln, dass es sich um Drucke handelt. Zum Teil hat die Künstlerin die Linolplatten, mit denen gedruckt wurde mit Säure behandelt. Die Ätzung des Linoleums ergibt Flächen, deren Grenzen nicht glatt definiert sind, sondern deren Rändern unregelmäßig verlaufen und die willkürlicher wirken als ein gesetzter Schnitt mit dem Messer.

            Petra Schuppenhauer nimmt uns mit in die Natur. Diese ist groß und weit und lässt uns klein werden in Anbetracht von wogenden Wellen und unendlicher Ferne. Die Bilder mit ihrem Blick in die freie Natur erwecken eine ungezieltes Sehnsucht in uns. Petra Schuppenhauers Natur ist gewaltig, aber sie hat auch leise Seiten. Da schwebt eine „Meduse“ zart und geheimnisvoll im weiten ozeanblauen Meer und am „Bachlauf“ liegt ein Blättergespinst am Ufer, unaufgeregt und zerbrechlich.

Auf eine besondere Perspektive treffen wir im Bild „17 Uhr“. Da sehen wir eine allgemeingültige S-Bahnhaltestelle mit Oberleitungen, Anzeigetafel und wartenden Menschen. Eine banale, alltägliche Szene. Rechts im Bild entdecken wir die verschnörkelten Türme eines Prunkbaus. Sie stehen zwei Baukränen links im Bild direkt gegenüber, das ist ein kleine humoristische Beobachtung, die da durchblitzt.  Und dann ist da dieser Himmel, golden leuchtend alles überstrahlend. Und die eigentlich triste Szenerie wird so zu einem besonderen Ort gemacht, die Alltagsszene bekommt etwas außergewöhnliches und poetisches. Dass die Künstlerin das Bild in einem Leuchtkasten zeigt, erhöht zusätzlich den Kontrast zwischen Thema und Darstellung.

            Manche Drucke der Künstlerin haben einen spröden Farbauftrag, die Struktur der Platte schimmert durch die Farbfläche. Diese durchbrochenen Farben geben den Grafiken etwas angenehm ursprüngliches, sie sind nicht perfekt glatt, sondern erlauben einen Ausbruch ins Unvollkommene. Das unterstreicht die Wirkung der Bilder, die Natur kommt uns so noch archaischer vor. Diese Kombination von Bildinhalt und Technik unterstreicht Petra Schuppenhauers Talent beides so gezielt einzusetzen, dass die Bilder uns treffen und berühren.

             In manchen Grafiken wird die Platte so bearbeitet, dass die Bildinhalte fast ins Abstrakte kippen, es ist nicht genau erkennbar, ob das Auge wirklich eine Landschaft ausmacht, oder ob ein nicht natürlicher Raum gemeint ist.

Die Arbeiten Petra Schuppenhauers zeigen auf jeden Fall, dass sich in der Künstlerin eine beeindruckende Kombination aus malerischem Gestus und disziplinierter Druckkunst offenbart.

 

Das sogenannte Künstlerbuch ist ein ganz besonderes Medium in der bildenden Kunst. Als Ausdrucksmittel hat vor allem die Avantgarde in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts viel mit dem Buch experimentiert. Vor allem die Künstler der Dada – Bewegung haben eigene Manifeste und Pamphlete gestaltet, die man schon als erste Schritte in Richtung Künstlerbuch sehen kann.

Die Grenze zwischen dem Schreibenden und der bildenden Kunst wird bei Künstlerbüchern aufgehoben und stellt sie in Dialog miteinander.

 

Die Bücher mit denen wir es hier zu tun haben fallen in die Kategorie „illustrierte“ oder „schöne Bücher“. In Verbindung mit einem Text werden graphische Arbeiten in oft aufwendiger oder eigenwilliger buchbinderischer Verarbeitung veröffentlicht.

Und die Bücher, die Franziska Neubert und Petra Schuppenhauer produzieren sind wahrlich schön. Beide haben für die Gestaltung von Büchern Preise gewonnen und es macht wirklich Freude ihre Bücher anzusehen.

            Das besondere am Künstlerbuch ist die Beziehung, die die Betrachter zum Buch aufnehmen. Ein Bild hängt meistens an der Wand und wird oft von mehreren Menschen gleichzeitig angesehen. Anfassen darf man die Kunst meistens auch nicht. Ein Buch ist aber genau dafür gemacht. Es geht eine enge Verbindung mit dem Betrachter ein. Es ist eine eins - zu - eins – Situation. Ich darf mir einbilden, dass das Buch in diesem Moment nur mir gehört. Das Besondere bei Künstlerbüchern ist auch der Unikat-Charakter, jedes Buch ist individuell, keines gleicht dem anderen.

            Eine Herausforderung beim Illustrieren von Texten ist, dem Autor gerecht zu werden, aber dennoch eine eigene Handschrift zu entwickeln, nicht nur eine Szene zu bebildern. Schauen sie sich die Bücher der zwei Künstlerinnen an und sie werden merken, das da zwei wirkliche Profis am Werk sind. Die Interpretationen zu den Texten sind einfallsreich, berührend und machen einfach Spaß.




Franziska Neubert

Internet: www. franziskaneubert.de ; www.lieblingsdruck.de; www.augenfalter.de


1977 geboren in Lepzig

lebt und arbeitet in Leipzig





Ausstellungen:

Ausstellungen (Auswahl)

2015

Galerie Art à la Page ; Paris, Frankreich (GE)

2014

Renner-Institut; Wien, Österreich (GE)

2013

Pic-Art Gallery Dresden (SE)

2013

Grafikbörse Borken (GE)

2012

Andere Bücher braucht das Land, Literaturhaus München (GE)

2012

»Air«, Museo diocesano di Padova, Italien (GE)

2011

Kunstverein Imago (GE)

2011

Galerie Vorort Ost – Arbeiten des 21. Druckgrafiksymposiums (GE)

2011

Villa Bösenberg – Guck und horch (GE)

2011

Ausstellung Portrait de famille, Morges, Schweiz, (GE)

2011

Ausstellung Werkstattgalerie Hohenossig (GE)

2011

Kunstverein Norden (SE)

2009

Ausstellung Büchergilde Frankfurt (SE)

2008

Ausstellung im Bundesbauministerium (SE)

2008

Ausstellung Galerie 18m, Berlin (SE)

2008

Ausstellung Leipziger Landgericht (SE)

2007

Meisterschülerausstellung (GE)

* GE — group exhibition SE — solo exhibition

Stipendien und Preise (Auswahl)

2014
Reise- und Arbeitsstipendium der Aldegrever-Gesellschaft Lofoten
2011
Teilnahme am 21. Internationalen Druckgrafiksymposion
2009
Förderpreis der Hans-Meid-Stiftung
2007
Anerkennungspreis des Ars Lipsiensis
2006
Auswahl bei »Figures Future«, Montreuil, Frankreich
2005 – 2007
Graduiertenstipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung
2002 – 2003
Graduiertenstipendium des DAAD
1995
Jugendkunstpreis der Stadt Leipzig
 
 
Werke in öffentlichen Sammlungen (Auswahl)  

Printing-Museum (Japan)
Willi-Brandt-Haus
Hans-Meid-Stiftung
Landgericht Leipzig
Itabashi-Art-Museum (Japan)
Heinrich-Böll-Stiftung (Washington, USA)
 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   

   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   





Petra Schuppenhauer

Vita

1975 in Hamburg geboren

1995 Abitur in Hamburg

1996–1999 Ausbildung Illustrationsdesign an der Berufsfachschule Bildkunstakademie Hamburg, Abschluß Examen

1999 Praktikum im Museum der Arbeit, Hamburg

1999–2006 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, Fachrichtung Buchkunst/Grafik Design in der Fachklasse für Illustration bei Professor Volker Pfüller und Professor Thomas M. Müller, Abschluß Diplom

2003 - 2004 Auslandsstudium in Krakau, Polen, an der Jan Matejko Academy of Fine Arts bei Professor Zbigniew Lutomski

2006 - 2007 Mitarbeit beim gemeinnützigen Verein »Freundeskreis Buchkinder e.V.«

2008 Gründung der Selbstänigkeit

2009 Mitbegründung der Künstlergruppe »augen:falter«

2009 Eröffnung der eigenen Druckwerkstatt und Atelier für Illustration und Druckgrafik

 

Petra Schuppenhauer lebt und arbeitet  in Leipzig



Ausstellungen:

 Ausstellungen (Auszug, Gruppen- und Einzelausstellungen)

2005/2006 »Fräuleinwunder«, das neue Fräuleinwunder der deutschen Druckgrafik,  Galerien der Büchergilde Frankfurt/Main, Hamburg u.a., Gruppenausstellungen

2009 »Lucidus«, Galerie Hoch und Partner, Leipzig, (GA)

2010 Galerie Dwarslöper, Hiddensee/Kloster

2011 »Antarktika – Eislandschaften«, Büchergilde Galerie Hamburg

2011 Auswahl zur 31. Leipziger Grafikbörse, Ausstellungen: Kunstverein Borken, Kunst- verein Coburg, Projektgalerie des BBK Leipzig, Sächsischer Landtag Dresden, (GA)

2012 Internationale BuchKunstBiennale Horn, Österreich, ((GA)

2012 Jounée de l´Estampe Contemporaine 2012, Paris

2012 »Stille!«, Villa Bösenberg, Leipzig, (GA)

2012 Druckgrafiksymposium Hohenossig, Oper Leipzig, (GA)

2012 Andere Bücher braucht das Land, Literaturhaus München (GA)

2013 »Buch-Druck-Kunst«, 8. Norddeutsche Handpressenmesse, Museum der Arbeit, Hamburg

2013 26. deutsch-niederländische Grafikbörse, Borken

2013 »Ereignis Druckgrafik 5«, Zeitgenössische Intentionen in der Druckgraphik, Internationale Druckgraphikausstellung, Leipzig, (GA)

2013 »augenfalter«, Landgericht Leipzig, (GA)

2013 »Neue Dimension im Farbholzschnitt«, Büchergilde Gutenberg Galerie, Frankfurt am Main, (EE)

2014 »Hochdruck in Leipzig« Paul-Renner Institut, Wien, Gruppenausstellung

2014 XII. Internationale BuchKunstBiennale Horn, Kunstverin Horn, Österreich, (GA)

2014 »Die Nachtigall«, bei der Edition Noir,  Bessinger Grafikzirkel, Lich

2014 »Die Nachtigall«, Kunst im Abgeordneten Büro, Mainzer Landtag

2015 »Buch-Druck-Kunst«, 10. Norddeutsch Handpressenmesse, Museum der Arbeit, Hamburg

2015 »5x5«, bei der Edition Noir, Bessinger Grafikzirkel, Lich, (GA)

2015 »Druckfrisch«, Charter Projektgalerie, Leipzig, (GA)

2015 »white paper – tabula rasa«, Raum 38, Leipzig,(GA)

2016 »5x5«, Kunst im Abgeordneten Büro, Mainzer Landtag, (GA)

2016 »Einübung ins Paradies« Museum der Arbeit, Stiftung Historischer Museen, Hamburg, (GA)

2016 »Einübung ins Paradies« Museum für Druckkunst, Leipzig, (GA)

 

Auszeichnungen

2002 Sonderpreis der Wilhelm und Lotte Neufeld-Stiftung für das originalgrafische Holzschnitt-Buch »Warum man Nkundakfedern trägt«, Ankauf des Klingspoormuseum Offenbach

2012 Stipendiatin des 22. internat. Druckgrafiksymposium Künstlerhaus Hohenossig

2012 Auswahl zur 32. Leipziger Grafikbörse, Ausstellungen: Druckkunst Museum, Leipzig, Sächsischer Landtag, Dresden

2013 »Ereignis Druckgrafik 5«, Zeitgenössische Intentionen in der Druckgraphik, Internationale Druckgraphikausstellung, Leipzig

2014 »Ereignis Druckgrafik 6«, Zeitgenössische Intentionen in der Druckgraphik, Internationale Druckgraphikausstellung, Leipzig

2016 Shortlist Stiftung Buchkunst mit »Einübung ins Paradies« von Ingo Schulze, in Zusammenarbeit mit der Künstlergruppe augen:falter

 

Werke in öffentlichen Sammlungen (Auswahl):

Klingspoormuseum Offenbach

Stadtmuseum und Kunstverein Borken

Landgericht Leipzig

Sammlung des Landes Reinland Pfalz