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Künstlerfoto
Jens Hoff



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„Abi Shek“

Ausstellungen
   
„JENS HOFF - encontros e despedidas“
  Fotos zur Eröffnung

Malerei

Eröffnung:
05.06.2016, 12:00 Uhr

Einführung:
Michael Stoeber, Hannover


Dauer:

05.06.2016 - 15.07.2016

Öffnungszeiten während der Ausstellung:

Dienstag - Freitag 11 - 13 Uhr und 15 - 18 Uhr
Samstag 11 - 13 Uhr und 15 - 17 Uhr
Sonntag 15 - 17 Uhr
und nach telefonischer Vereinbarung

Künstlergespräch:
Sonntag, 26. Juni 2016
von 15 - 16 Uhr


Finissage:
Freitag (!), 15. Juli 2016
von 15 - 17 Uhr





Fotos zur Eröffnungsveranstaltung:

Ausgehend von Anregungen und Beobachtungen im Alltag, entwickelt Jens Hoff seine Motive mit Schwerpunkt auf die Bildkomposition, bis ganz neue Bildinhalte entstehen, die sich zu imaginären Szenen verbinden.
Scheinbar idyllische Landschaften, entpuppen sich auf den zweiten Blick als unheimliche und bedrohliche Welten. Der Betrachter erfasst ein Spannungsfeld, dessen Wirkung erzeugt wird durch Anklänge an Elemente des japanischen Holzschnitts und wolkigen, sich auflösenden Strukturen.


Encontros e Despedidas

Werke von Jens Hoff im Kunstverein Wedemark

 

Von Michael Stoeber

 

Die Malerei von Jens Hoff verbindet in souveräner Weise formale und inhaltliche Gegensätze. In seinen Bildern harmonieren abstrakte und gegenständliche Strategien, finden Fakt und Fiktion, Traum und Wirklichkeit zusammen. Diese Allianz des Disparaten und Gegensätzlichen macht bereits der portugiesische Titel der Ausstellung deutlich. Er ist ebenso „gefunden“ wie viele Bildmotive des Künstlers, die sich seinen weitgespannten Interessen verdanken und gleichermaßen Film, Musik, Malerei und Literatur einschließen. Frei ins Deutsche übersetzt, heißt er „Ankunft und Abschied“ und ist zugleich der Titel eines Gemäldes von Hoff, dessen Bild sowohl die Einladungskarte als auch das Ausstellungsplakat des Kunstvereins Wedemark schmückt. Es zeigt einen jungen Cowboy auf seinem Pferd, das in vollem Galopp auf den Betrachter zurast, während der Mann seinen Stetson vom Kopf gerissen hat – ob zur Begrüßung oder zum Goodbye bleibt unentschieden.

 

Wie alle Werke des Künstlers ist auch dieses in hohem Maß narrativ aufgeladen. Nicht allein durch seine Herkunft aus der Welt des Western, der mit seinen Mythen gleichermaßen Filme, Bücher und eine populäre Heftchenliteratur inspiriert und geprägt hat. Das Bild, das wie ein Filmstill wirkt, gibt in seiner Ambivalenz Anlass, es als Metapher zu lesen. Um so mehr da es, wie so oft bei Hoff, Teil einer Bildserie ist, in der es als Motiv, nur leicht variiert, wiederholt auftritt. Auf einem anderen Bild erkennt man zusammen mit dem Cowboy im Hintergrund den Rauch einer Lokomotive. Mit ihr ließe sich der wilde Ritt aus dem Bild heraus auch als Abschied einer Ära lesen, die vor der neuen Zeit in Gestalt der Eisenbahn zurückweicht. Mit ihr kommen neue Formen von Technik, Mobilität und Zivilität in die Welt.

 

Die dialektische Bewegung im Inhaltlichen bestimmt das Gemälde ebenso im Formalen. Einerseits zitiert die kompetente Ölmalerei des Künstlers in ihrer Gegenständlichkeit die illusionistischen Widerspiegelungsideale der Vergangenheit. Andererseits ist das Werk mit seiner Beschränkung auf zwei, drei Farben absolut antirealistisch und im höchsten Maße artifiziell. Das trifft auch auf seine formale Reduktion, seine Größenverhältnisse und Perspektiven zu. Das Bild ist eher flach als räumlich gemalt. Darin folgt es dem Wahrheitsanspruch der Moderne, den der amerikanische Kunsttheoretiker Clement Greenberg mit Blick auf die abstrakten Expressionisten seiner Zeit, wie folgt, formuliert hat: „Make it flat!“ Flach malen! Dem Betrachter kein X für ein U vormachen! Ein Bild ist ein Bild ist ein Bild! Die Wirklichkeit ist etwas Anderes. Sie will in der Kunst in symbolischer Weise erfasst werden.

 

Zu dieser symbolischen Transformation der Wirklichkeit gehört, dass der Künstler ihren Anschein durchdringt und sich sein eigenes Bild von ihr macht. So ist das scheinbare Idyll einer jungen Frau in arkadischer Landschaft alles andere als ungetrübt, wenn Hoff es mit den schattenhaften, blauen Farben der Melancholie überzieht. Eine zweite junge Frau porträtiert er in einem weiteren Bild als jungen Mann. Und macht so deutlich, dass auch das biologische Geschlecht, wie es die Gender-Theorie lehrt, sozialer Determinierung unterliegt. Zugleich erinnern die unterschiedlichen Bilder von derselben Person an den Vortrag des Aristophanes, den dieser im „Gastmahl“ des Platon über die Entstehung der Liebe hält. Er berichtet, dass in uranfänglichen, seligen Zeiten die Menschen Kugelgestalt besessen hätten. Solcherart vollkommen, vergaßen sie, den Göttern zu opfern. Diese, erzürnt, spalteten sie, und seitdem sind die Menschen auf der Suche nach ihrer fehlenden Hälfte.

 

Überhaupt die Vorstellung des Paradieses im Werk von Jens Hoff! Es ist ohne den Teufel nicht zu haben. Wenn der Maler sich die Eva aus dem „Paradies“ (1530) von Lucas Cranach d. Ä. ausleiht, wird sie in seinem Werk von einem schwarzen Ungeheuer bedroht, das von Bild zu Bild erkennbarer wird. Gefährlich und zugleich seltsam beschützend erscheint das Monstrum in einem Gemälde des Künstlers, dessen Protagonistin Hoff nach einem der jungen Mädchen des von ihm hoch geschätzten Schriftstellers und Malers Henry Darger modelliert hat. Seinem Bild hat er denselben Titel gegeben wie der nordamerikanische Künstler seinem eigenen Werk: „Jenny Is Wounded“.  Bedrohlich, wenn auch etwas ermattet, taucht das Ungeheuer auch in Jens Hoffs Gemälde „Fischer“ auf. In gewisser Weise ist der ein Alter ego des Künstlers. Wie dieser nach Fischen taucht, sucht Hoff nach immer neuen Erzählstoffen, in denen er sich malend der Welt versichert.

 

Wedemark/Bissendorf           5. Juni 2016









Jens Hoff

Internet: www.jenshoff.com

*1954 in Hamburg
1982-88 Studium an der FH für Kunst und Design
in Hannover bei Prof. P. Redeker

Stipendien:
1988 Reisestipendium des Alexander Dorner- Kreises (nach Brasilien)
1989 Niedersächsisches Nachwuchsstpendium
1990 Niedersächsisches Arbeitsstipendium

lebt und arbeitet in Hannover


Ausstellungen:
Seit
1988    Ausstellungen im In- und Ausland  

Auswahl:

2016    Skurriles..., Eisfabrik / Hannover

            Jahresgabenausstellung 2016, Schloss Landestrost, Kunstverein Neustadt / Neustadt a. Rbge.

2015    Weiss, Eisfabrik / Hannover

2013    Koordinaten, Ausstellung von Kunstbüro Hannover Städtische  Galerie Kubus / Hannover

            Zeitweise, Haus der Region / Hannover

2012    Local Heroes, Kunsthalle Faust / Hannover

2011    Ohne Worte, Galerie Holbein / Hannover

            Wo, Wie, Wer, Kunstverein Neustadt / Neustadt a. Rbge.

2010    Universum, Galerie Holbein / Hannover

            Monk?, Haus der Region / Hannover

2009    Küche, Ausstellung von Kunstbüro-Hannover Gotische Halle, Schloß Celle /Celle
2008    Zu Gast..... , Ausstellung Kunstbüro-Hannover, Städtische Galerie/Petershagen
2007    Neue Bilder , Galerie Art Corner / Köln
            Neue Arbeiten, Galerie Katharina Seifert / Hannover
2006    Art Affair, Kunsthalle Faust / Hannover
            Andere Plätze, andere Gesichter, Galerie Art Corner / Köln